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Slowenien mit Dachzelt: unsere Route in zwölf Tagen

Von Hoogwoud in die Julischen Alpen und zurück. Zwölf Tage, 3.274 Kilometer, vier Länder. Diese Route ist nicht aus dem Internet gezogen: Erwin und Sandra sind sie im August 2026 mit dem Land Cruiser und dem Dune in Khaki auf dem Dach gefahren. Inklusive Reifenpanne, kaputtem Zündschloss und drei vollen Campingplätzen.

Warum Slowenien mit einem Dachzelt funktioniert

Slowenien ist klein, grün und voller Waldstraßen, die öffentlich zugänglich sind. In einem halben Tag fährst du von Alpenpässen in die Karstebenen. Campingplätze gibt es genug, aber im August sind sie voll. Mit einem Dachzelt stehst du in etwa einer Minute und bist genauso schnell wieder weg. Genau das ist der Unterschied zwischen weiterfahren zum nächsten Platz und weitersuchen.

Die Route, Tag für Tag

Die Ortsnamen unten sind die echten Stopps. Tipp sie in dein Navi und du fährst dieselbe Linie.

Tag 1. Hoogwoud nach Bayern

Hoogwoud, Middenbeemster, Kranzberg bei Freising.

Neun Stunden fahren mit ein paar Staus. Das ist der Tag, den du einfach abhakst, damit du morgen in den Bergen stehst. Geschlafen beim Bauern, 18 Euro, ruhiges Plätzchen mit Trockenklo.

Tipp. Ein Bauernhofcamping in Bayern kostet einen Bruchteil eines Campingplatzes und du stehst in etwa einer Minute. Such nach Stellplatz oder Bauernhof statt nach Camping.

Tag 2. Über den Grossglockner nach Villach

Kranzberg, Schliersee, Fusch an der Grossglocknerstrasse, Edelweissspitze, Hochtor, Heiligenblut, Villach.

Die Grossglockner Hochalpenstrasse ist der Klassiker: 36 Haarnadelkurven, Gletscher und Gipfel über 2.500 Meter. Vom Parkplatz läufst du das letzte Stück hoch zur Edelweissspitze. Rechne mit einem halben Tag, nicht mit einer Durchfahrtsstrecke. Geschlafen auf dem Campingplatz Gerli bei Villach, altmodisch, aber mit ordentlichen Sanitäranlagen.

Achtung. Das ist eine Mautstraße, die nur in der Sommersaison offen ist, mit Öffnungszeiten pro Tag. Prüf Saison und Tarif beim Straßenbetreiber, bevor du losfährst.

Tag 3. Rein nach Slowenien, das Soča-Tal

Fürnitz, Arnoldstein, Grenze, Nationalpark Triglav, Kobarid, Stol-Pass, Sedlo, Tolmin.

Der einzige Nationalpark Sloweniens, rund um den Triglav mit 2.864 Metern. Der Vršič-Pass ist mit 1.611 Metern und fünfzig Haarnadelkurven die bekannteste Straße hier, aber im August teilst du sie mit Bussen, Motorrädern und Radfahrern. Der Stol-Pass Richtung Sedlo ist die schönere Alternative: unbefestigt, viel ruhiger, und du kommst oberhalb des Soča-Tals heraus. Geschlafen im kamp Siber in Tolmin, nachdem drei Campingplätze wegen eines Festivals voll waren.

Aus Erfahrung. Hier ist ein Reifen platt gegangen. Eine halbe Stunde Arbeit am Straßenrand. Sorg dafür, dass dein Reserverad erreichbar ist, ohne das halbe Zelt abzubauen.

Tag 4. Der Bergkamm über der Soča

Tolmin, Freilichtmuseum Kolovrat, die Grenzstraße nach Italien, Kanal, zurück nach Tolmin, Vipava.

Kolovrat ist ein Freilichtmuseum auf dem Kamm zwischen Slowenien und Italien, eine italienische Verteidigungslinie aus dem Ersten Weltkrieg an der Isonzofront. Du fährst über den Kamm mit Blick auf beide Länder. In Kanal liegt die Steinbrücke, von der sie aus siebzehn Metern ins azurblaue Wasser springen. Geschlafen im kamp Tura bei Vipava, im Weintal.

Aus Erfahrung. In Tolmin lagen an diesem Mittag neue Reifen bereit, am gleichen Morgen bestellt. Selbst hier ist das innerhalb eines Tages geregelt, aber rechne mit einem halben Tag Warten.

Tag 5. Waldstraßen und Quecksilber

Vipava, die Waldstraßen über Ajdovščina, Idrija, Postojna, Pivka.

Das ist der Tag für die echte Arbeit: Makadam-Waldstraßen mit dem Schild GOZDNA CESTA, uporaba na lastno odgovornost. Waldstraße, Benutzung auf eigene Gefahr. Öffentlich zugänglich sind sie, aber unterhalten werden sie nicht wie eine normale Straße. Idrija war jahrhundertelang eine Quecksilberbergbaustadt. Mittag isst du irgendwo auf einem Waldweg. Geschlafen auf dem Campingplatz Plana in Pivka.

Regel. Steht da Prepovedan promet, ist es ein Einfahrverbot und du drehst um. Abseits der Wege fahren ist in Slowenien nicht erlaubt, auch nicht auf einem Waldweg.

Tag 6. Panne, und was du davon hast

Pivka, Ljubljana, Cerknica.

Das Zündschloss wollte nicht mehr. Die Pannenhilfe kam schnell, beide Insassen durften im Wagen mit, und in einer Toyota-Werkstatt in Ljubljana saß ein Mechaniker, der es so hinbekam, dass die Reise weitergehen konnte. Der Rest des Tages war eine Route, auf der du vierzig Kilometer fährst und einem Auto begegnest. Geschlafen bei Emberbarn bei Cerknica.

Nimm mit. Einen Reserveschlüssel. Der musste jetzt per Kurier aus den Niederlanden kommen und brauchte zwei Tage.

Tag 7. Der See, der nicht immer da ist

Cerknica und das Cerkniško jezero.

Einer der größten Karstseen Europas, der sich je nach Saison von trockenem Grasland in den größten See des Landes verwandelt. Das Wasser läuft durch Schlucklöcher und unterirdische Kanäle ab. Im August stand da fast nichts. Eine Wanderung von sieben Kilometern führt dich an den Höhlen und den natürlichen Brücken vorbei.

Plan einen Tag ohne Fahren. Mit einem Dachzelt bleibst du stehen, wo du stehst, und genau das ist der Moment, in dem so eine Reise ruhig wird.

Tag 8. Panzer, ein U-Boot und rein in die Wälder

Velika Pristava, Pivka, Ilirska Bistrica, Kočevje.

Der Park der Militärgeschichte in Pivka steckt in einer alten Kaserne: Panzer, Düsenjäger und ein jugoslawisches Kleinst-U-Boot von gut neunzehn Metern. Danach rein in die Wälder von Kočevsko, eines der am dichtesten bewaldeten Gebiete Mitteleuropas. Geschlafen auf dem Campingplatz Jezero am Rudniško jezero, 54,50 Euro für eine Nacht und damit die teuerste der Reise.

Achtung. In Kočevsko leben Bären. Essen und Abfall gehen nachts ins Auto, nicht ins Vorzelt.

Tag 9. Schwimmen in der Kolpa

Kočevje, die Kolpa, Novo mesto, Kozje und Podsreda, Šentjur.

Die Kolpa bildet knapp dreihundert Kilometer Grenze zu Kroatien und ist einer der wärmsten Flüsse Sloweniens. Im Sommer steigt das Wasser im Oberlauf auf über 25 Grad. Du fährst zum Wasser, du gehst rein, die Fischchen knabbern an deinen Beinen. Bei Podsreda zieht ein Kreuzweg mit vierzehn rosa-weißen Kapellen den Hügel hoch. Die Übernachtung bei Šentjur war der schönste Platz der Reise.

Tag 10. Raus aus dem Savinja-Tal

Luče, Solčava, Grenze, Spittal an der Drau.

Solčava liegt im oberen Savinja-Tal an der österreichischen Grenze, das Tor zum Solčavsko. Danach wieder rein nach Österreich.

Achte auf deine Vignette. Die slowenische Vignette lief genau an diesem Tag ab. Rechne das Enddatum nach, bevor du über die Grenze fährst, nicht danach.

Tag 11. Nockalmstrasse zum Abschied

Spittal an der Drau, Innerkrems, Nockalmstrasse, Reichenau.

Fünfunddreißig Kilometer Panoramastraße durch den Biosphärenpark Nockberge, mit fünfunddreißig Kurven und Höhepunkten um 2.000 Meter. Ruhiger als der Grossglockner und genauso schön. Auf der Alm laufen die Herden einfach über die Straße. Auch das ist eine Mautstraße mit Sommersaison, also prüf vorher, was gilt.

Tag 12. Zuhause

Durch Deutschland zurück nach Noord-Holland.

Ein Tag Autobahn. Wer das letzte Stück brechen will, hält in Franken, zum Beispiel in Sommerhausen am Main.

Was du brauchst

  • Vignetten. Österreich und Slowenien arbeiten beide mit einer Vignette. Kauf sie vor der Abfahrt und notier das Enddatum. Der Grossglockner und die Nockalmstrasse haben daneben ihre eigene Maut.
  • Reifen und Werkzeug. Waldstraßen sind Makadam mit losen Steinen. Reserverad erreichbar, Reifenreparaturset mit, und einen Wagenheber, der auf unebenem Boden steht.
  • Einen Reserveschlüssel. Nicht theoretisch. Bewahr ihn getrennt auf, nicht in derselben Tasche wie den ersten.
  • Campingplätze vorher anrufen. Im August ist es voll, gerade rund um Festivals im Soča-Tal. Anrufen funktioniert besser als über eine Website reservieren.

Ehrlich dazu

  • Wildcampen ist in Slowenien nicht erlaubt. Übernachten tust du auf einem Campingplatz oder an einem ausgewiesenen Platz. Das ist keine Route, um am Straßenrand stehen zu bleiben.
  • Abseits der Wege fahren ist verboten. Die Waldstraßen sind öffentlich, das Gelände daneben nicht. GOZDNA CESTA heißt erlaubt auf eigene Gefahr, Prepovedan promet heißt umdrehen.
  • Pässe sind saisongebunden. Grossglockner, Nockalmstrasse und Vršič schließen im Winter und haben in der Saison tägliche Öffnungszeiten. Prüf das beim Straßenbetreiber selbst.
  • Das ist keine organisierte Reise. Du fährst auf eigene Faust und auf eigene Verantwortung. Preise, Öffnungszeiten und Straßen von August 2026 können inzwischen anders sein.

Und das Zelt?

Auf dieser Reise lag das Dune in Khaki auf dem Dach, das leichteste unserer drei Modelle mit 60,5 Kilo. Jeden Abend dasselbe: Klemmen los, Deckel hoch, Bett steht. Jeden Morgen Matten leer, Leiter rein, fertig. In Vipava stand es eine Nacht im harten Wind, im Soča-Tal bei 37 Grad im Schatten.

Kaufen, mieten oder erst mal Probeliegen geht in Hoogwoud, nach Absprache. Ruf oder schreib einfach: +31 6 28075883, oder mail an info@lcmoffroad.com.